Am 30. April 2008 startete ich in Hanau, bei Frankfurt am Main, eine
sechsmonatige Radtour. Über Holland, Nordfriesland, Ostfriesland, die
Holsteinische Schweiz, Fehmarn, Dänemark, Schweden und Norwegen wollte ich
den nördlichsten Punkt Europas erreichen. Die Rückfahrt sollte durch Finnland,
per Fähre über die Ostsee von Helsinki nach Travemünde und dann quer durch
Deutschland zurück nach Frankfurt gehen. Ca. 6.000 KM sollte ich dabei auf
dem Radl zurücklegen. Für mich war diese Radtour nicht nur die Erfüllung eines
langgehegten Traumes. Nein, zu vielseitig waren die Themen, die mich während
dieser Reise berührten.
Themen wie: Radreise und Zeltnächte als Frau allein, Unterwegs mit Hund,
oder eine Reise aus dunkler Traurigkeit heraus zurück ans Licht und in die
Lebensfreude.
Schon vor meiner Abfahrt schlugen mir.Anerkennung und Bewunderung von
Freunden und Bekannten entgehen, scheint es doch nur wenige Menschen zu
geben, die ihre Wünsche genau kennen und diese dann vom bloßen Träumen in
die Realität umsetzen. Damals war mir diese Anerkennung eher unangenehm,
wusste ich doch gar nicht, ob ich mein Ziel je erreichen würde.
Unterwegs dann erlebte ich immer wieder die gleiche Szene:Die Menschen am
Wegesrand gratulierten mir zu Mut und körperlicher fitness in meinem Alter: So
einfach und ganz alleine loszuziehen. Sie hörten sich kurz meine Geschichte an,
aber dann, ganz leise und immer lauter werdend, begannen sie von ihren
eigenen, unerfüllten Träumen zu erzählen.....
Erst heute, nach Abschluss dieser Reise ist mir bewusst, wie viel
Lebensfreude, Zuversicht und Selbstvertrauen diese Reise in mein
Leben getragen hat, ja wie sehr sie mein Leben zum Positiven
verändert hat. Letztendlich wurde sie zu einer Reise zurück zu mir
selbst. Und als Sahnebonbon obendrauf, dankt mir mein Körper heute
noch durch absolutes Wohlbefinden!
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